Geschichtliches

Der Name Most leitet sich vom lateinischen VINUM MUSTUM ab, was soviel bedeutet wie FRISCH UND JUNG!

Vinum mustum - „junger, frischer Wein“ - nannten die Römer den frisch gepressten Traubensaft. Auch unsere Weinbauern verstehen unter Most bekanntlich den noch unvergorenen Rebensaft, den Traubenmost.
Für uns ist Most jedoch ausschließlich der vergorene Obstwein.

Ebenso stammt das Wort Birne, aus dem Lateinischen. Es ist im 8. Jh. in der Form „pira“, aus dem Klosterlatein, ins Althochdeutsche entlehnt worden und ist in dieser Lautung in der Mundart bei uns heute noch gebräuchlich.

Dank Maria Theresia und Kaiser Josef II wurden im 18. Jh. der Anbau von Obstund speziell Mostobstbäumen, gefördert.
Die „Landesmutter“ verordnete 1763 die Anpflanzung von Streuobstbäumen entlang sämtlicher Landes- und Bezirksstraßen.
Der „Reformkaiser“ schuf zur Förderung der Obstkultur noch zusätzlich einen Anreiz: Jeder Landwirt, der über hundert gute Obstbäume pflanzt, wird mit einer silbernen Medaille, belohnt.

Die ersten Mostexperten im 16. und 17. Jahrhundert aus dem Land ob der Enns:

Der erste namentlich bekannte Pionier auf diesem Gebiet war der aus Oberösterreich stammende Ritter Philipp Jakob Grünthaler, der von 1592 bis 1596 auf Schloss Zeillern bei Amstetten seine letzten Lebensjahre verbrachte. Er ließ gegenüber dem Schloss einen weitläufigen „Paumgarten“ anlegen, in welchem auch Obstsorten aus dem Land ob der Enns Eingang fanden. Zu diesem Zweck ließ er von seinem Stammsitz Kremsegg (Kremsmünster im Kremstal) „guete Zweill (Propfreiser) zu rechter Zeit nach Zeillern schicken“. Es ist dies der früheste Beleg dafür, dass oberösterreichische Obstsorten ins niederösterreichische Mostviertel verpflanzt wurden, eine Praxis, die bis ins 20. Jahrhundert fortgeführt worden ist. Auf diese Weise sind zahlreiche oberösterreichische Mostbirnsorten, wie z. B. die „Landlbirne“, auch unter der Enns heimisch geworden. Der alte Grünthaler, dem die Obstpflege offensichtlich eine Herzensangelegenheit gewesen ist, hinterließ seinen Söhnen ein eigenhändig geschriebenes „Haushaltungsbüchl“, worin er auch auf die Mostbereitung zu sprechen kommt:

„Öpffl und PiernMöst. Öppfl und Piern gestossen, geprösst, und in Väßl gossen, jesen (=gären) lassen, ist ein guett Tranckh für die Bauren .....“